Von einfach bis herausfordernd
Die Dächer des Werkhofs haben eine Neigung zwischen 2 und 16 Grad – vom Flachdach bis zum Schrägdach. Welches Dach am einfachsten für die Montage von PV-Modulen ist? Nein, nicht das Flachdach. Es sei viel einfacher, Schrägdächer zu bestücken, erklärt Solstis-Projektleiter Jonas Zumsteg.
Der Grund: «Beim Flachdach muss man künstlich mit einer Unterkonstruktion eine Neigung für die Module herstellen. Beim Schrägdach ist die Neigung schon gegeben.» Beim Frutiger-Projekt mussten für die Unterkonstruktion am Dach der grossen Werkhalle 2800 viereckige Betonblöcke à 21 Kilogramm verlegt werden – ein Gesamtgewicht von fast 59 Tonnen.
Dazu kamen die Solarmodule, die pro Stück ebenfalls 21 Kilogramm wiegen. Allein auf dem grössten Dach sind 1796 Module installiert. Gesamtgewicht: 37,7 Tonnen. Verteilt auf alle Dächer sind es mehr als 4000 Module. Angeschlossen liefern sie 1,8 Megawatt Energie.
Strom auch bei wolkigem Wetter
Wie wetterempfindlich sind die Module? Produzieren sie auch Strom, wenn es regnet? «Es ist vor allem die Bewölkung, die einen Einfluss auf die Produktion hat», erklärt Jonas. «Wenn die Sonne wieder scheint, trocknen die Module rasch und produzieren Strom.» Selbst bei leichtem Nieselregen – in der Fachsprache spricht man von diffuser Strahlung – liegt die Leistung noch bei rund 10 bis 20 Prozent.
Im Übrigen ist die Anlage mit der Hagelschutzklasse 3 geschützt. Was das heisst? Bei Stufe 1 redet man von erbsengrossen Hagelkörnern, bei Stufe 2 sind sie haselnussgross, bei Stufe 3 so gross wie eine Baumnuss und bei Stufe 4 wie ein Golfball. Die Anlage bei der Frutiger AG ist also für ziemlich heftige Unwetter gerüstet.