Landwirtschaftliche Betriebe in der Schweiz sind zunehmend von extremen Wetterereignissen wie Starkregen, Hagel und Spätfrost betroffen. Gleichzeitig besteht europaweit die Gefahr einer Energiemangellage. Genau hier setzt Agri-Photovoltaik (Agri-PV) an. Gemäss Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, ist Agri-PV eine Schnittstelle zwischen Photovoltaik-Technologie, Agronomie, Stromerzeugung und Raumplanung. Anders als konventionelle Solaranlagen werden Agri-PV-Anlagen nicht auf Dächern oder an Hauswänden installiert, sondern direkt auf landwirtschaftlich genutzten Feldern. Dort erzeugen die PV-Module Strom, und ihr Schatten schützt Pflanzen oder Nutztiere vor starker Sonneneinstrahlung, Hitze oder Hagel.
Dem Schweizer Unternehmen Energie 360° zufolge birgt die Solarenergiegewinnung in der Landwirtschaft grosses Potenzial, die Energiewende voranzutreiben. Studien der ZHAW zeigen, dass allein auf Schweizer Ackerflächen theoretisch viermal mehr Strom produziert werden könnte, als das gesamte Land pro Jahr verbraucht. Agri-PV erlaubt die effiziente Doppelnutzung von Flächen und trägt dazu bei, sowohl die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel zu machen als auch die Produktion von erneuerbarer Energie auszubauen.
Mit passenden Modulen massgeschneiderte PV-Anlagen bauen
«Den grössten Vorteil von Agri-Photovoltaik sehe ich in der intelligenten Verbindung von Nahrungsmittel- und Stromproduktion. Landwirtinnen und Landwirte schützen ihr Obst vor zunehmenden Wetterextremen und produzieren gleichzeitig erneuerbaren Solarstrom», erklärt Florian Aebersold, Projektentwickler Solar bei Energie 360°. Die in der Agri-Photovoltaik verwendeten PV-Module werden auf die Bedürfnisse des jeweiligen Landwirtschaftsbetriebs ausgerichtet. «So können zum Beispiel herkömmliche Solarmodule Schatten für Tiere wie Legehennen spenden oder vertikal aufgestellte Module zu Randzeiten und im Winter mehr Strom produzieren.»



