Mit innovativen Projekten CO2 reduzieren

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Lukas Heller studiert an der ETH Zürich Bauingenieurwesen und engagiert sich daneben bei Swissloop Tunneling (SLT). Ein wichtiges Ziel des Projekts: nachhaltige Mobilität vorantreiben.

Nie werden so viele Pakete verschickt wie vor Weihnachten. Wegen der Pandemie bestellen die Menschen auch dieses Jahr ihre Weihnachtsgeschenke lieber im Internet, statt sich dem Gedränge in den Shoppingcentern auszusetzen. 2020 lieferte die Post täglich über eine Million Pakete aus und die Güterfahrzeuge legten insgesamt eine Strecke von sieben Milliarden Kilometern zurück. Das entspricht einer Distanz rund 9000 mal zum Mond und zurück. Und damit nicht genug: Der Bund rechnet mit einer Zunahme von 37 Prozent in den nächsten 30 Jahren. Das Verkehrssystem wird so schon bald an seine Grenzen stossen und die CO2-Belastung nimmt weiter zu. – Was tun? Ideen sind da. Zum Beispiel die Elektrifizierung des Verkehrs oder unterirdische Verkehrssysteme.

Cargo Sous Terrain (CST) heisst das Projekt, das mit einem intelligenten Logistiksystem Pakete ab 2031 unterirdisch zwischen grossen Städten sowie innerstädtisch verteilen soll. Andere Projekte richten ihr Augenmerk mehr auf den Personenverkehr. Die Hyperloop-Technologie zum Beispiel, worauf auch Swissloop setzt, soll es ermöglichen, Personen und Güter in Hochgeschwindigkeit zwischen Städten zu transportieren. Für beide Projekte sind Tunnels gefragt. Beim Tunnelbau besteht jedoch noch grosses Potenzial, um Energie und Kosten zu senken. Hier setzt das Team Swissloop Tunneling an, das dieses Jahr einen Innovationsaward gewonnen hat.

Swissloop Tunneling – eine studentischen Initiative

Im Interview spricht Lukas Heller über seine Arbeit bei Swissloop Tunneling und dem Wettbewerb, bei dem er und sein Team den Innovationsaward geholt haben – zudem gibt er Schulabgängern und Schulabgängerinnen, die sich für eine Ausbildung in einem technischen Beruf interessieren, wichtige Tipps.

Lukas Heller, Im September 2021 habt ihr euch an der «Not-a-boring-Competition» in Kalifornien den zweiten Platz und den begehrten Innovationsaward für eure Bohrmaschine geholt. Wie geht es nun weiter?
Wir bereiten uns auf nächstes Jahr vor. Da ist vieles noch offen. Es sind verschiedene Aktivitäten mit den europäischen Teams geplant sowie ein Event in der Schweiz, bei dem wir unser neues Design vorstellen werden. Momentan sind wir in den letzten Zügen der Rekrutierung. Da es ein Projekt von Studierenden ist und diese in den kommenden Semestern teilweise anderweitig eingespannt sind, müssen wir das Team neu besetzen. Das heisst auch, den Wissenstransfer sicherzustellen. Die Lernkurve in diesem Jahr war steil und das gewonnene Know-how soll nicht verloren gehen.

Was wollt ihr nächstes Mal noch besser machen?
Wir wollen auf jeden Fall mehr testen. Dafür reichte dieses Jahr schlicht die Zeit nicht. Innert drei Monaten haben wir eine komplett neue Maschine aus dem Boden gestampft – mit innovativen Elementen wie dem Tunnel Liner – aber am Ende fehlte uns die Zeit, alles sauber durchzutesten. Für nächstes Jahr werden wir deshalb die Zusammenarbeit mit den Industriefirmen noch intensivieren. Die meisten unserer Partner sind wieder mit von der Partie. Es werden aber auch noch neue Partner gesucht, um Wissenslücken zu schliessen. Die Zusammenarbeit mit den Firmen war extrem wertvoll für uns und ein Win-win für alle Beteiligten: Einige Firmen konnten Studenten aus unserem Team für ein Praktikum bei sich gewinnen.

Was fasziniert dich an der Technik?
Sie ist im Gegensatz zur Physik greifbar. Wenn man einen technischen Beruf ausübt, dann sieht man am Ende ein Resultat – das kann zum Beispiel ein Tunnel sein. Welchen Studiengang man wählt, spielt dabei nicht so eine grosse Rolle. Als Head Mechanical und Civil Team bei SLT leite ich ein Team von rund 20 Studierenden aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Das ist extrem spannend, weil sich dadurch Raum für Diskussionen eröffnet. Es zeigt sich immer wieder: Es gibt nicht die eine richtige Lösung, sondern immer verschiedene Ansätze, die zusammen zu einer Gesamtlösung führen, die man «Innovation» nennt.

Was rätst du Schulabgängerinnen und Schulabgängern, die vor der Wahl eines Studiums oder einer Lehre stehen?
Ich empfehle ihnen, die eigene Komfortzone zu verlassen und via Internet und Infoveranstaltungen alle Möglichkeiten auszuloten. Sonst neigt man möglicherweise dazu, vorschnell eine Entscheidung zu treffen – aufgrund dessen, was man schon kann und wo man sich wohl fühlt. Das ist per se nicht schlecht, aber meine Erfahrung zeigt, dass man in der Regel weiterkommt, wenn man sich stattdessen fragt, was motiviert mich und worauf bin ich neugierig? Im Gymnasium werden Grundlagefächer wie Mathematik oder Deutsch unterrichtet. Beim Studium lassen sich aber Fächer kombinieren, was die Auswahlmöglichkeit vergrössert – vielleicht ist man handwerklich begabt und interessiert sich für Mathematik, dann bietet ein technischer Beruf viel Entwicklungs- und Entfaltungspotenzial.

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Erste Veröffentlichung: 
16.12.2021
  |  Letztes Update: 
8.12.2021

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